Globale Themen

Wege der Vergeltung

USD

EUR USD (1,1660)

Die Akteure an den Devisenmärkten sind wegen des Handelskrieges zwischen den USA und China nervös geworden. Nicht nur weil von den USA ab dem 6. Juli auf importierte chinesische Waren eine Strafsteuer in Höhe von 25 Prozent aufgeschlagen wird. Der Wert der von dieser Regelung betroffenen Waren beträgt zunächst 34 Milliarden USD, eine noch nicht wirklich beeindruckende Zahl. Aber Donald Trump hat ja bereits vor einiger Zeit klar gemacht, dass es nicht dabeibleiben werde, sollte China auf diese Maßnahme – und daran besteht wohl kein Zweifel – seinerseits mit Strafzöllen auf US-Importe erwidern. Am Ende könnten die USA chinesische Importe mit einem Wert von 450 Milliarden USD besteuern. Zum Vergleich: Das Gesamtvolumen aller Importe aus China betrug im vergangenen Jahr rund 505 Milliarden USD. Und da China seinerseits aus den USA im gleichen Zeitraum nur Güter in Höhe von 129,9 Milliarden USD einführte, muss man angesichts dieser Asymmetrie befürchten, dass China andere Wege der Vergeltung einschlagen könnte. Einen möglichen haben wir während der letzten zweieinhalb Wochen zu sehen bekommen. Die Rede ist vom Yuan, der während der vergangenen zwölf Handelstage in der Spitze gegenüber dem Dollar immerhin um mehr als 4,5 Prozent abwertete. Als schließlich gestern einer der größten Kurseinbrüche innerhalb eines Handelstages seit Beginn der Aufzeichnungen drohte, schritt die chinesische Zentralbank ein. Zum einen soll sie mit Yuan-Käufen interveniert haben. Zweifelsfrei sind auf jeden Fall die verbalen Eingriffe aus der People‘s Bank of China. deren Gouverneur Yi Gang äußerte, man wolle den Yuan stabil und auf einem vernünftigen Gleichgewichtsniveau halten. Ein anderer hochrangiger Vertreter der Zentralbank meldete sich beschwichtigend zu Wort, China beabsichtige nicht, den Yuan als Instrument im Handelskonflikt einzusetzen. China, das in der Vergangenheit schon häufiger der Währungsmanipulation beschuldigt wurde, um sich über einen schwächeren Yuan Vorteile im Export zu verschaffen, hatte bis gestern wenig gegen die Abschwächung seiner Währung getan. Auch vermuteten Händler, dass die jüngsten Interventionen nicht mehr als ein Feigenblatt darstellten. Denn ein Zentralbankberater machte deutlich, dass die Yuan-Schwäche fundamental durchaus gerechtfertigt sei, um dann sogleich hinzuzufügen, man solle nicht zu viel in die jüngste Kursentwicklung hineinlesen.
Aber auch ein anderes Instrument möglicher Vergeltungsmaßnahmen blitzte zumindest in einem Bloomberg-Artikel auf, in dem darauf hingewiesen wurde, dass zu Wochenbeginn eine Versteigerung vierwöchiger T-Bills nicht so viele Abnehmer wie sonst gefunden habe. Tatsächlich war die Auktion mit einem Volumen von 35 Milliarden USD nur 2,45-fach überzeichnet – das ist der niedrigste Quotient seit einer Dekade und liegt unter dem Durchschnitt dieses Jahres von 2,99. Mag sein, dass der aufgrund des Independence Day in den USA verschobene Versteigerungstag für die mangelnde Nachfrage ursächlich war. Dennoch mutmaßten Händler, dass China sich womöglich nicht mehr im gleichen Umfang wie früher in US-Staatsanleihen engagieren wolle.
Von alldem bekam man im Euro-Handel nicht viel mit, zumal heute in den USA der Unabhängigkeitstag gefeiert wird. Auch gab es keine Jubel-Euro-Rallye angesichts der Einigung im hiesigen Asylstreit. Möglicherweise, weil man dem Frieden vielerorts nicht so recht traut. Und so bleibt der Euro in seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1500/05 und 1,1850 relativ unbewegt.

GBP

EUR GBP (0,8835)

Die Reihe positiver Fundamentaldaten für Großbritannien wurde gestern ein weiteres Mal fortgesetzt. So war der Einkaufsmanagerindex des Baugewerbes im Juni nicht nur stärker als erwartet ausgefallen, sondern auch den dritten Monat in Folge nach dem wetterbedingt schwachen März nicht mehr gesunken. Wichtiger noch: Bei den Neuaufträgen wurde der stärkste Anstieg seit Mai 2017 verbucht. Ob das Mitglied des Geldpolitischen Ausschusses der Bank of England, Michael Saunders, deswegen öffentlich mutmaßte, die Bank könne eventuell die Zinsen schneller als vom Markt erwartet anheben? Man hätte es zumindest als Wasser auf die Mühlen derjenigen interpretieren können, die im August einen Zinsanstieg erwarten. Wenn es sich bei Michael Saunders nicht ohnehin um einen Zinsfalken handeln würde. Saunders gehört außerdem zu den beiden Dauerabweichlern im geldpolitischen Komitee der Bank von England, die nicht mit dem zu lockeren geldpolitischen Kurs einverstanden sind. Ein Kreis, der übrigens unlängst um den Chefvolkswirt der BoE, Andy Haldane, erweitert wurde. Am Ende präsentierte sich Sterling auf jeden Fall so stabil, dass der Euro seinen schwachen Aufwärtstrend in Richtung 0,8945 nicht dynamisch fortsetzen konnte. Der Trend hat zwar allerdings so lange Bestand, wie nun die 0,8770er Unterstützung nicht unterschritten wird, aber der Euro droht bereits jetzt in seine frühere Konsolidierung (0,8690 – 0,8840) tiefer einzutauchen.

CHF

EUR CHF (1,1560)

Gestern ist es um den Franken im Verhältnis zum Euro noch ruhiger geworden – die Handelsspanne betrug – vermutlich auch wegen des bevorstehenden heutigen US-Feiertages – gerade einmal rund 30 Stellen. Somit bleibt der Euro innerhalb seiner Konsolidierung zwischen 1,1475 und 1,1655.

PLN

EUR PLN (4,3950)

Der Euro legte gegenüber dem Zloty gestern eine kleine Verschnaufpause ein, so dass die Geschwindigkeit des leicht überhitzten Aufwärtstrends ein wenig abkühlte. Dennoch bleibt die Gemeinschaftswährung in starker Verfassung und kann so den nächsten Potenzialpunkt bei 4,4390 erreichen. Die Untergrenze für dieses Szenario bleibt bei 4,3540.

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