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Augen zu und durch

USD

EUR USD (1,1760)

Der Euro hat sich angesichts des nicht gerade positiv ausgegangenen G-7 Gipfels gestern erstaunlich gut geschlagen. Vielleicht aber waren die Erwartungen von vornherein so niedrig gesteckt, dass kaum mehr ein noch schlechterer Ausgang denkbar gewesen wäre. Gut möglich aber auch, dass die Sitzungen von US-Notenbank, EZB und der Bank of Japan in dieser Woche bereits ihre Schatten vorauswerfen. Bei der Abwägung, welche der drei Notenbanken zurzeit am meisten Fantasien produziert, dürfte die EZB vorne liegen. Denn im Fall der Fed gilt es als ausgemacht, dass es am Mittwoch einen weiteren Zinsschritt geben wird. Geldpolitische Veränderungen von der Bank of Japan sind indes nicht zu erwarten. Wogegen die EZB mit ihrer angekündigten Diskussion über das Ende der möglichen Anleihekäufe oder gar eine Entscheidung darüber, das größte positive Potenzial für den Euro bietet.
Aber auch die Lage in Italien hat sich zumindest vordergründig etwas beruhigt. So gaben die Renditen für zweijährige italienische Staatsanleihen von 1,8 bis auf rund 1,05 Prozent nach, nachdem der neue italienische Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria vorgestern sein erstes Statement als Minister abgegeben hatte. Ein Statement, das ausgesprochen beruhigend klang. So erklärte Tria, dass die neue Regierungskoalition keine Absicht habe, den Euro zu verlassen, und die Verschuldung des Landes senken wolle. Auch wolle man nicht, wie zuletzt aus Kreisen der Regierung verlautbart, kurzfristige zinslose Schuldverschreibungen ausgeben, mit denen die Gläubiger Steuerschulden oder in Anspruch genommene Staatsdienste – also eine Art Parallelwährung – hätten begleichen können. Allerdings ließ der parteilose Tria wichtige Fragen offen. Wie etwa danach, wie die von der neuen Regierung versprochenen Reformvorhaben von mehr als 100 Milliarden Euro finanziert werden sollen. Woher die 12,5 Milliarden Euro kommen sollen, die alleine eine Verschiebung der geplanten automatischen Mehrwertsteuererhöhung kosten würde, blieb unbeantwortet. Aber die Akteure störte das offensichtlich nicht. Vielmehr schien es sie zu beruhigen, dass Tria etwa äußerte, die Pensionsreform müsse fiskalpolitisch realisierbar sein. Am Ende blieb der Euro auch gestern in seinem korrektiven Aufwärtsband, das nun breiter zwischen 1,1720 und 1,1955 verläuft.

GBP

EUR GBP (0,8810)

Die britische Produktionsaktivität hat im April durchweg enttäuscht. So zeigte etwa der Ausstoß des verarbeitenden Gewerbes mit -1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat – es handelt sich immerhin um den stärksten Monatsverlust seit 2012 –, dass das zweite Quartal in Sachen Wachstum für Großbritannien keineswegs wie erhofft begonnen hat. Vor allen Dingen dürften die schlechten Zahlen kaum dazu beigetragen haben, die innerhalb des Geldpolitischen Ausschusses der Bank von England verbreitete Ansicht zu bestätigen, es hätte sich beim schwachen Bruttoinlandsprodukt vom ersten Quartal dieses Jahres nur um ein vorübergehendes Phänomen gehandelt. Eine derartige Hoffnung äußerte interessanterweise noch in der vergangenen Woche der stellvertretende Chef der BoE, Dave Ramsden, der nicht gerade als Zinsfalke gilt.
Einen weiteren Dämpfer für Sterling gab es schließlich noch aus der EU, die gestern dem britischen Notfallplan ("back stop"), einer Übergangsregelung für die Grenzfrage zwischen Nordirland und Irland, formal eine Absage erteilte, weil darin wichtige Fragen unbeantwortet blieben. Und so ist es fast schon eine kleine Überraschung, dass sich der Euro immer noch nur im oberen Bereich seiner Konsolidierung zwischen 0,8695 und 0,8835/40 bewegt.

CHF

EUR CHF (1,1620)

Eher beiläufig hat der Euro gestern endlich seine 1,1645er Hürde überschritten. Allerdings relativ knapp und ohne überzeugende Anschlussnachfrage. Damit ist der Abwärtstrend der Gemeinschaftswährung de facto zum Erliegen und ein aufwärtsgerichteter Korrekturpfad eingeleitet worden, der bis 1,1725 reicht. Das gilt jedoch nur, solange an der Unterseite 1,1545 nicht verletzt wird.

PLN

EUR PLN (4,2640)

Nach wie vor kann der Euro seinem Aufwärtstrend erst nach Überschreiten von 4,3050 wieder mehr Momentum verleihen. Aber auch am gestrigen Handelstag blieb ein entsprechender Impuls in diese Richtung aus. Stattdessen besteht weiterhin die Möglichkeit einer Konsolidierung bis 4,2150, wobei wir erste Nachfrage bereits bei 4,2300 erwarten.

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