Globale Themen

Am 14. Juni wird diskutiert

USD

EUR USD (1,1780)

Fast schien es gestern, als ob sich EZB-Vertreter regelrecht beeilten, die tags zuvor von Bloomberg verbreitete Meldung zu bestätigen, die auf so genannte informierte Kreise zurückging. Dabei hatte diese Meldung nicht mehr beinhaltet als die Ankündigung, dass man bei der kommenden Sitzung des EZB-Rates am 14. Juni diskutieren wolle. Und zwar über den möglichen Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm. Dass sich deswegen gestern früh gleich mehrere Vertreter des EZB-Rats zu Wort meldeten, mag vielleicht weniger an der Wichtigkeit der kommenden Sitzung liegen, sondern vor allen Dingen an der heute beginnenden Schweigeperiode, während derer sich EZB-Mitglieder bis zu ihrer Zusammenkunft nicht äußern dürfen. Von allen Statements sticht das von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet am meisten hervor. Denn Praet zeigte sich überraschend zuversichtlich, dass sich die angespannte Situation am Arbeitsmarkt nun endlich auch in höheren Löhnen niederschlagen und deswegen das Inflationsziel erreicht werde. Auch was das Wachstum in der Eurozone angeht, zeigte sich der Chefvolkswirt der EZB zuversichtlich, dass es sich bei den zuletzt wenig erfreulichen Daten nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Dieser Optimismus ist insofern bemerkenswert, als Praet seit Monaten – genau genommen: seit September vergangenen Jahres – gerade hinsichtlich der Inflationsentwicklung eher vorsichtige Töne anschlug. Er war einer derjenigen Vertreter aus dem Rat, die noch im März bemängelten, dass sich Wachstum und Inflation anscheinend voneinander abgekoppelt hätten. Dass Bundesbankpräsident Weidmann in ein ähnliches Horn stieß und es für plausibel erklärte, dass die Marktteilnehmer ein Ende der Anleihekäufe zum Jahresende erwarteten, ist weniger erstaunlich. Denn Weidmann gilt als Zinsfalke. Am Ende haben sich jedenfalls die impliziten Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung im Juli 2019 (zuvor konnte man mit einem derartigen Schritt erst im dritten Quartal 2019 rechnen) deutlich erhöht – die Wahrscheinlichkeit für einen derartigen Schritt im kommenden Jahr liegt nun rechnerisch bei 70 Prozent (Vorwoche 50 Prozent).
Dem Euro hat die jüngste Entwicklung in Sachen EZB-Sitzung zwar keine großen Flügel verliehen, aber immerhin wurde das wichtige Niveau bei 1,1740/45 relativ schnell überwunden. Damit befindet sich der Euro nunmehr in einer korrektiven Aufwärtsbewegung, innerhalb derer er 1,1855 bzw. 1,1900 erreichen kann. Der Korrekturmodus bleibt erhalten, solange an der Unterseite 1,1615/20 nicht verletzt wird.

GBP

EUR GBP (0,8780)

Eine Reuters-Umfrage brachte es an den Tag: Immobilienmarkt-Experten erwarten, dass sich der Brexit auf die Hauspreise in London weiterhin negativ auswirken wird. Doch auch die Prognosen für die Immobilienpreise außerhalb der Hauptstadt mussten für das laufende Jahr und auch für 2019 und 2020 zurückgenommen werden. Während man in der City für dieses Jahr mit einem Preisverfall von durchschnittlich 1,0 Prozent rechnet, sieht man die übrigen Immobilienpreise Großbritanniens in diesem Jahr um 1,7 Prozent anziehen. Allerdings konnte Sterling gestern kein Eigenleben entwickeln, da das Hauptinteresse der Händler dem Euro galt. Alleine schon die Aussicht auf eine Diskussion über ein mögliches Ende der Anleihekäufe bei der kommenden EZB-Sitzung am 14. Juni hat wiederum für den Euro einen kleinen Vorteil eingespielt. Dennoch bleibt die Gemeinschaftswährung trotz dieser veränderten Lage immer noch in ihrer Seitwärtsentwicklung zwischen 0,8620 und 0,8845 gefangen. 

CHF

EUR CHF (1,1615)

Dass die Schweizer Konsumentenpreise im Mai sowohl gegenüber dem Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr etwas stärker als erwartet angezogen hatten (0,4 Prozent bzw. 1,0 Prozent), hat dem Franken nicht geholfen. Zumal wohl niemand von einem Einfluss der jüngsten Zahlen auf die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank ausgeht. Vielmehr dürfte der gestern wieder erstarkte Euro dazu geführt haben, dass die Marke bei 1,1645 nur um wenige Stellen verfehlt wurde. Ein Überwinden dieses Niveaus würde dazu führen, dass der Euro seinen seit Mitte Mai begonnenen kurzfristigen Aufwärtstrend verlassen könnte. Immerhin hat sich die Situation der Unterstützungen verbessert, weswegen wir mit erster guter Nachfrage bereits bei 1,1530 rechnen. 

PLN

EUR PLN (4,2680)

Die polnische Zentralbank hat bei ihrer gestrigen Sitzung erwartungsgemäß den Leitzins nicht verändert. Auch der Zinsausblick wurde nicht angetastet. Im Rahmen seines schwachen Aufwärtstrends ist der Euro unterdessen ein weiteres Stückchen zurückgefallen. Nach wie vor gilt, dass der Trend mit Unterschreiten von 4,2340 ganz zum Erliegen kommen und den Euro in eine Konsolidierungsphase überführen würde. Die verloren gegangene Dynamik kann dagegen erst nach Überschreiten von 4,3050 zurückgewonnen werden. 

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