Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Der Euro hat die Woche positiv eingeläutet. Der Herstellerpreisindex ist in Deutschland auf ein 4-Jahreshoch gestiegen und EUR/USD konnte wieder die Marke von 1,0750 USD überschreiten.
  • Dank des Anstiegs des Euro notiert EUR/CNH wieder im Bereich von 7,42 CHN (+0,4%) und EUR/CHF im Bereich von 1,0740 CHF (+0,2%).
  • Der Südafrikanische Rand liegt nach wie vor im Aufwärtstrend und nähert sich einem 19-Monatshoch (EUR/ZAR: 13,5278 ZAR).

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Eurozone (ganztägig) – Treffen der Euro-Gruppe

Deutschland (08:00 Uhr) – Herstellerpreisindex J/J (Februar) – Konsensprognose 3,2% gegenüber 2,4% im Vormonat

Eurozone (11:00 Uhr) – Anstieg der Löhne und Gehälter J/J (4. Quartal 2016) – keine Konsensprognose gegenüber 1,6% im vorherigen Quartal

USA (18:10 Uhr) – Stellungnahme von C. Evans (Fed in Atlanta; in diesem Jahr stimmberechtigtes Mitglied des US-Offenmarktausschusses [FOMC])

Frankreich (21:00 Uhr) – Fernsehdebatte zwischen den fünf wichtigsten Kandidaten für das Amt des französischen Staatspräsidenten

Schwerpunkte am Vortag

europäische Börsen nach Wahlausgang in den Niederlanden beruhigt; nicht einstimmige Entscheidung für Beibehaltung offensichtliche Divergenzen zwischen Angela Merkel und Donald Trump; nicht unerhebliche Anpassung der Botschaft der G20-Staaten; Schottland drängt auf Referendum im Jahr 2019; Vertrauen der US-Privathaushalte auf höchstem Niveau seit 2000

Treffen zwischen Merkel und Trump: Das Treffen zwischen dem US-Präsidenten und der deutschen Bundeskanzlerin hat am Freitag in Washington ganz deutlich die unterschiedlichen Auffassungen der beiden Regierungsoberhäupter in Handels- und Einreise-/Einwanderungsfragen unterstrichen. Das Bild des US-Präsidenten, der sich weigert, der Kanzlerin die Hand zu schütteln, ist symbolträchtig und zeigt die Distanz, die sich zwischen den beiden Ländern eingestellt hat. Was die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern angeht, machte Donald Trump eine ironische Bemerkung über die Tatsache, dass die deutschen Verhandlungspartner wohl deutlich geschickter gewesen seien, als ihre Pendants in den USA – eine Stichelei, die wohl auf das nach Ansicht der US-Regierung zwischen den beiden Ländern herrschende „unfaire“ Ungleichgewicht im Handel anspielen sollte. Anlässlich der gemeinsamen Pressekonferenz verkniff sich der US-Präsident jedoch dennoch, den Protektionismus-Partisanen zu geben, und erklärte, sein Hauptziel sei es, sich um „gerechte“ Handelsabkommen zu bemühen.

G20-Staaten: Das offizielle Kommuniqué, das im Rahmen des Gipfels der Finanzminister und Zentralbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) veröffentlicht wurden, der am Freitag und Samstag in Deutschland stattfand, zeichnet sich durch die absichtliche Auslassung einer Verpflichtung der Mitglieder aus, gegen „jegliche Form des Protektionismus“ zu kämpfen. Diese Überzeugung, die seit vielen Jahren von den G20-Staaten vertreten wurde, hat man durch „Wir arbeiten daran, den Beitrag des Handels für unsere Volkswirtschaften zu stärken“ ersetzt. Es handelt sich dabei nicht um eine bloße Stilübung. Diese deutliche Veränderung der Botschaft zeigt eine Paradigmenverschiebung in Sachen Welthandel bzw. Freihandelskonzept, die weltweit durch das Auftauchen von Souveränitätsbestrebungen und Protektionismus zu beobachten ist; eine Bewegung, die vor allem durch die neue US-Regierung und ihre Politik des „America First“ getragen wird. Der in Deutschland anwesende neue US-Finanzminister Steve Mnuchin konnte seine Hörerschaft offensichtlich nicht überzeugen. Viele warfen ihm vor, seine Ausführungen dazu, was die Politik des „America First“ eigentlich bedeute und welche direkten und indirekten Auswirkungen sie auf den Welthandel haben könnte, seien äußerst vage gewesen. 

Schottland: Nicola Sturgeon, die schottische Premierministerin, erklärte auf die Entscheidung Theresa Mays hin, Schottland in den nächsten zwei Jahren kein weiteres Referendum über dessen Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich zu gestatten, sie bedauere die Unnachgiebigkeit ihrer britischen Amtskollegin und halte es nicht für vernünftig, das Land zu zwingen, noch drei Jahre zu warten, bis man ein neues Referendum abhalten darf. Nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge würde Schottland 2019 mit dem Vereinigten Königreich aus der Europäischen Union austreten, eine Entscheidung, die Sturgeon so nicht hinnehmen möchte, da die Schotten beim Referendum über den EU-Austritt im Juni 2016 mehrheitlich gegen den Brexit gestimmt haben. Sturgeon ließ verlauten, sie sei bereit, Verhandlungen zur Organisation eines weiteren Referendums im Laufe des Jahres 2019 zu führen.

USA: Die Universität von Michigan erklärte am Freitag, das Vertrauen der Privathaushalte in das aktuelle wirtschaftliche Umfeld sei im März auf ein 16-Jahreshoch gestiegen (November 2000). Die Vielzahl an neuen Stellen und der Anstieg der Löhne und Gehälter haben viel zu diesem Optimismus der Haushalte beigetragen. Sie räumten allerdings auch ein, dass im Hinblick auf die bevorstehenden Wirtschaftsreformen des Weißen Hauses noch Unsicherheit herrsche, da über deren Inhalt bisher keine genauen Informationen vorlägen.

In Kürze: Der ehemalige Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz wurde am Sonntag einstimmig von den deutschen Sozialdemokraten (SPD) zum Parteichef gewählt und wird im September als wichtigster Kandidat gegen Angela Merkel in den deutschen Bundestagswahlen antreten. Die Wertpapierbörsen schlossen die Woche nach der Fed-Sitzung und den Wahlen in den Niederlanden auf einem 15-Monatshoch. Der Südafrikanische Rand konnte in der vergangenen Woche 2,9% gegenüber dem Euro zulegen und EUR/ZAR beschloss am Freitag die Woche im Bereich eines 19-Monatstiefs.

Themen Heute

Debatte über eventuell bevorstehende britische Leitzinserhöhung wieder entflammt? Nach Leitzinserhöhung im März wartet man auf erste Reaktionen der US-Zentralbanker; Augenmerk in Europa auf französische Wahlen gerichtet; Protokolle der geldpolitischen Sitzungen in Australien und Japan

Vereinigtes Königreich: Auch wenn der Brexit weiterhin – und sicherlich auch noch für eine Weile – die Gemüter der Anleger beschäftigen dürfte, da Theresa May in dieser Woche jederzeit den EU-Austritt gemäß Art. 50 des Vertrag von Lissabon einleiten kann, sollten sich die Marktteilnehmer stärker auf die wirtschaftlichen Fundamentaldaten konzentrieren. Am Dienstagmorgen steht die Veröffentlichung der aktuellen Inflationsrate an, gefolgt von den Einzelhandelsumsätzen am Donnerstagmorgen. Diese Zahlen sind von großem Interesse, da sie im Anschluss an die letztwöchige Sitzung der Bank of England (BoE) erscheinen, anlässlich derer eine Vertreterin des Geldpolitischen Komitees (MPC) für eine Leitzinserhöhung gestimmt hat und laut dem offiziellen Kommuniqué mehrere Mitglieder die Bereitschaft gezeigt haben, die Leitzinsen zu erhöhen, falls die Fundamentaldaten in den nächsten Wochen eine deutliche Verbesserung aufweisen. Sollte die Inflationsrate, wie von einem Großteil der von Reuters befragten Wirtschaftsexperten erwartet, erneut steigen, könnte das die Debatte über eine mögliche britische Leitzinserhöhung wieder in Gang setzen. Diese Debatten scheinen jedoch etwas verfrüht, da in der letzten Woche ein beständiges Nachlassen des Anstiegs der Löhne und Gehälter zu erkennen war, was ein wichtiges Zeichen für die Verringerung der Kaufkraft der Privathaushalte ist. Möglicherweise wird Mark Carney in seiner Stellungnahme am Dienstag, kurz nach Veröffentlichung der Inflationsrate, weitere Einzelheiten über die Pläne der BoE bekanntgeben. Bisher hat nur ein geringer Prozentsatz der Marktakteure die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung in diesem Jahr eingepreist.

USA: Da bis Freitag (Auftragseingänge für langlebige Güter und vorläufige Einkaufsmanagerindizes [EMI] für März) kaum wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda stehen, wird sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer wohl vor allem auf die Reaktionen auf mehrere Stellungnahmen von US-Zentralbankern konzentrieren, nachdem im März der Leitzins erhöht wurde. Ein Teil der Anleger war von der Entscheidung, die Strategie der schrittweisen Normalisierung der Geldpolitik beizubehalten, sehr enttäuscht, da sie auf Hinweise für eine künftige Beschleunigung gehofft hatten. In der Folge gab der US-Dollar etwas nach. Der US-Dollar-Index befindet sich auf einem 1-Monatstief. Den Höhepunkt wird am Donnertag um 13:45 Uhr die Stellungnahme Janet Yellens im Rahmen einer von der Fed in Washington organisierten Veranstaltung bilden.

Eurozone: Nachdem die niederländischen Parlamentswahlen nun hinter uns liegen, dürften sich die europäischen Marktakteure wohl wieder den französischen Wahlen zuwenden. Der plötzliche Rückgang des Kurses des Währungspaars EUR/USD (-0,3% während des Handelstages) infolge einer Umfrage, die ergab, dass sich die Kluft zwischen Marine Le Pen und Emmanuel Macron vergrößert, die im 1. Wahldurchgang laut den Umfragewerten führt, zeigt, wie sensibel die Anleger auf dieses wichtige Ereignis reagieren. Heute findet eine erste Fernsehdebatte von 2,5 Stunden zwischen den fünf, laut den Umfragewerten derzeit führenden Kandidaten statt (Reihenfolge gemäß Ranking): Marine Le Pen, Emmanuel Macron, François Fillon, Benoît Hamon und Jean-Luc Mélenchon. Während der Debatte werden drei Themenblöcke angesprochen: 1) Gesellschaft (Bildung, Ökologie, Sicherheit, Einwanderung), 2) Wirtschaft und 3) internationale Beziehungen (Europa, Grenzen etc.). Am 23. März wird François Fillon an einer Sendung teilnehmen, die vom französischen Fernsehsender France 2 ausgestrahlt wird. Bei dieser Gelegenheit wird er sicher Aufklärung betreiben und seine Verteidigungsstrategie im Zusammenhang mit den Anschuldigungen der Scheinbeschäftigung und Veruntreuung öffentlicher Gelder, aufgrund derer er in der vergangenen Woche vor den Ermittlungsrichter treten musste, darlegen. Neben den französischen Wahlen wird man mit Interesse die heutige Sitzung der Euro-Gruppe (da hier wohl lebhaft der Fall Griechenlands diskutiert werden dürfte), die Gespräche zwischen der EU und Japan über mögliche bilaterale Abkommen am Dienstag und die vorläufigen EMI der Eurozone für März am Freitag verfolgen.

Japan/Australien: Dienstagmorgen erscheint in Australien das Protokoll der geldpolitischen Sitzung (März), auf der eine Beibehaltung des aktuellen Leitzinses (OCR) von 1,5% beschlossen wurde. Bei dieser Gelegenheit wird man möglicherweise weitere Einzelheiten über die aktuelle Haltung der australischen Zentralbank (RBA) erfahren. Mittwochmorgen erscheint dann das Protokoll der japanischen Zentralbank über deren geldpolitische Sitzung, die im Januar stattfand..

CHF:

Der kräftige Anstieg, der EUR/CHF in der Vergangenheit die Schwelle von 1,08 CHF überschreiten ließ, war wohl nur von kurzer Dauer und primär darauf zurückzuführen, dass infolge der Fed-Sitzung am Vortag das Interesse der Anleger am Euro wiederaufflammte. Dass sich die SNB im März für eine Beibehaltung des aktuellen geldpolitischen Kurses entschieden hat, hat die Anleger wohl etwas enttäuscht. Sie fragen sich, welche Mittel der Zentralbank tatsächlich noch zur Verfügung stehen, um die Kursanstiege des Franken einzudämmen, von denen man negative Folgen für die schweizerische Wirtschaft befürchtet. Auch wenn Zentralbank Gouverneur Jordan die Marktteilnehmer beruhigt hat und erklärte, die SNB habe noch ausreichend Pfeile im Köcher – was den Kurs wieder unter die wichtige Marke von 1,0710 CHF rutschen ließ – scheinen die Anleger dies nach wie vor zu bezweifeln. Die Veröffentlichung der aktuellen schweizerischen Handelsbilanz für Februar, also den Zeitraum, in dem EUR/CHF größtenteils innerhalb der Spanne von 1,0630-1,0710 CHF fluktuierte, wird zeigen, ob der im Januar verzeichnete Handelsbilanzüberschuss in Rekordhöhe eine Eintagsfliege war oder nicht. Von Interesse werden in dieser Woche auch die aktuellen Prognosen des Wirtschaftsministeriums sein, die den Beobachtern einen Zwischenstand über die wirtschaftlichen Zukunftserwartungen der Regierung geben.

EUR:

Der Euro startete positiv in diese Woche – wobei der Rückenwind mit großer Wahrscheinlichkeit von den jüngsten Umfragewerten kam, die am Wochenende zeigten, dass sich der Unterschied zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen bei den voraussichtlichen Wählerstimmen für den 1. Wahldurchgang im Bereich von 0%-1% bewegt. Auch wenn der Ausgang der niederländischen Wahlen in der vergangen Woche und der weniger deutliche Stimmenzuwachs bei den Rechtspopulisten die Marktteilnehmer zuversichtlicher gestimmt haben, so sollte man keineswegs untätig abwarten. Zahlreiche Beobachter gehen davon aus, dass der Ausgang der französischen Wahlen noch nicht entschieden ist: Das zeigt sich daran, wie stark der Eurokurs auf Veränderungen des Kräfteverhältnisses zwischen den Kandidaten reagiert. Bisher sind sich die Kandidaten hauptsächlich über die Medien begegnet, doch könnte die erste Debatte, die heute Abend um 21:00 Uhr im französischen Fernsehen ausgestrahlt wird, hier einen Wendepunkt markieren.

Die aktuellen politischen Themen in Europa haben den ungelösten Fall Griechenlands und dessen dringendes Bedürfnis nach einer Finanzspritze zur Rückzahlung der Kredite an die Gläubiger zwar ein wenig überschattet (im Juli werden 7,5 Mrd. Euro fällig), doch dürfte das Thema heute, beim Treffen der EU-Finanzminister (Euro-Gruppe) zumindest zeitweise wieder in den Vordergrund treten. Heute ergab der Herstellerpreisindex im 12-Monatsvergleich in Deutschland ein 4-Jahreshoch und bestätigte somit den Anstieg der Inflation, der sich in der Eurozone eingestellt hat.

USD:

Die von der Fed in der vergangenen Woche ausgelöste Enttäuschung gepaart mit der Sorge um eine protektionistische Haltung, die nach dem angespannten Treffen zwischen Merkel und Trump wieder aufgeflammt ist, und nicht zuletzt auch der geänderten Botschaft der G20-Staaten, was deren Kampf gegen Protektionismus angeht (siehe auch Schwerpunkte am Freitag/Wochenende), haben die Performance des US-Dollar beeinträchtigt. Der US-Dollar-Index schloss die Woche auf einem 1-Monatstief. Im Obligationshandel bleibt man hinsichtlich der Geschwindigkeit der nächsten US-Leitzinserhöhungen geteilter Ansicht, da die Fed ihre vorsichtige Strategie der schrittweisen Normalisierung der Leitzinsen beibehalten hat, eine Entscheidung, die wohl auf die zahlreichen Unsicherheitsfaktoren zurückzuführen ist, die auch zwei Monate nach Trumps Amtsantritt noch immer bezüglich der geplanten Wirtschaftsreformen herrschen. Möglicherweise könnten die Aussagen mehrerer Fed-Vertreter, die sich in dieser Woche in den Medien äußern (darunter auch Janet Yellens am Donnerstag), etwas Licht in dieses Dunkel bringen. 

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