Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • EUR/USD stieg ausgehend vom 6. Februar 2017 auf einen neuen Höchstkurs von 1,0782 USD.
  • EUR/CNH stieg mit 7,4243 CHN auf ein neues 3-Monatshoch.
  • Nach der gestrigen geldpolitischen Sitzung der Norges Bank konnte die Norwegische Krone heute Morgen um 0,3% zulegen.
  • Heute Morgen ist die Volatilität gering, da keine wichtigen Konjunkturdaten anstehen. Heute folgt das Treffen zwischen Merkel und Trump sowie die Debatte zwischen den weltweit größten Geldgebern (G-20-Staaten).

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

G-20-Gipfel (ganztägig) – 1. Tag des Gipfels zwischen den Finanzministern und Zentralbankchefs der G-20-Staaten

Eurozone (11:00 Uhr) – Handelsbilanz (Januar) – keine Konsensprognose gegenüber 28,1 Mrd. im Vormonat

USA (14:15 Uhr) – Industrieproduktion M/M (Februar) – Konsensprognose 0,2% gegenüber -0,3% im Vormonat

USA (15:00 Uhr) – Michigan-Index (Verbrauchervertrauen der privaten Haushalte), 1. Schätzung (März) – Konsensprognose 97,0 gegenüber 95,7 im Vormonat

USA/Deutschland (Ende des Tages) – Treffen zwischen Angela Merkel und Donald Trump in Washington

Schwerpunkte am Vortag

europäische Börsen nach Wahlausgang in den Niederlanden beruhigt; nicht einstimmige Entscheidung für Beibehaltung der aktuellen Geldpolitik der BoE beflügelt GBP; Norges Bank lässt Möglichkeit einer neuerlichen Leitzinssenkung im Raum stehen; SNB verfügt laut eigenen Aussagen über die zur Eindämmung von zu starken Kursgewinnen des Franken erforderlichen Mittel

Europa: An den europäischen Börsen war ein lautes Aufatmen zu hören, als die Wahlergebnisse in den Niederlanden bekanntgegeben wurden. Zwar konnte die rechtspopulistische Partei 20 von insgesamt 150 Sitzen auf sich vereinen, doch wirkt das Ergebnis eher moderat, wenn man bedenkt, dass noch einen Monat zuvor damit gerechnet wurde, dass 30-35 Sitze auf sie entfallen würden. Diese Wahl ist zudem auch ein deutlicher Beweis dafür, da man sich auf Umfragen in Europa durchaus auch verlassen kann, denn der Ausgang der Wahlen entsprach den letzten Umfragewerten der Meinungsforschungsinstitute. Dieses Detail sollte man nicht vergessen, wenn man sich erneut auf das Rennen um das Präsidentenamt in Frankreich konzentriert. Die europäischen Börsen nahmen die Nachricht positiv auf, was der erneute Anstieg von EUR/USD auf ein 1-Monatshoch (1,0770 USD) zeigt. Zudem überschritt der französische Aktienindex CAC 40 erstmals seit November 2015 wieder die Marke von 5000 Punkten.

Bank of England (BoE): Wie erwartet nahm die BoE keine Änderung ihres geldpolitischen Kurses vor: Sowohl der Leitzins als auch das Volumen der quantitativen Lockerungsmaßnahmen blieb unverändert. Diese Entscheidung wurde erstmals seit Juli nicht einstimmig gefällt. Tatsächlich hat Kristin Forbes, ein Mitglied des geldpolitischen Komitees (MPC) der BoE, dafür gestimmt, den Leitzins in diesem Monat um 25 Basispunkte anzuheben. Sie begründete dies damit, dass der starke Anstieg der Inflation sich negativ auf das Land auswirken könnte. Auch wenn das Gewicht dieser Stimme relativ gering ist, da Forbes im Juni aus dem Amt scheidet, erläuterte die britische Zentralbank, dass mehrere Mitglieder des Direktoriums für eine weniger expansive Politik stimmen könnten, falls die Fundamentaldaten eine Erholung der Wirtschaft signalisieren. Der Rückgang des Einkaufsmanagerindexes (EMI), der geringere Anstieg der Löhne und Gehälter sowie die Schwäche der Einzelhandelsumsätze deuten allerdings auf das Gegenteil hin. Das Britische Pfund stieg gegenüber dem Euro auf sein bisheriges Wochenhoch, nachdem das offizielle Kommuniqué der BoE erschien (Tiefstkurs von EUR/GBP: 0,8665 GBP).

Norges Bank: Die norwegische Zentralbank beließ gestern ihren Leitzins unverändert auf 0,5%, ließ aber die Möglichkeit einer neuerlichen Senkung des Leitzinses in den nächsten Monaten im Raum stehen (die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinssenkung zwischen dem 3. Quartal 2017 und im 4. Quartal 2018 liegt bei 40%). Die Norges Bank zieht eine vorsichtige Haltung vor, da in den letzten drei Monaten das Wachstum der Inflation (ohne Berücksichtigung der Energiepreise) deutlich nachgelassen hat. Allerdings strebt die Zentralbank keineswegs eine weitere Leitzinssenkung an, da sie befürchtet, dass eine Rückkehr zur expansiven Geldpolitik die Immobilienpreise erneut unverhältnismäßig steigen ließe und zu einer massiven Verschuldung der Haushalte führen würde. EUR/NOK notiert nach wie vor im Bereich eines 6-Monatshochs und fluktuiert im Bereich von 9,10-9,20 NOK (gestriger Schlusskurs: 9,1581 NOK).

Schweizerische Nationalbank (SNB): Die SNB beschloss gestern, ihre Geldpolitik unverändert fortzuführen und die Entwicklung der künftigen Ereignisse in Europa wachsam zu verfolgen, da mit den bevorstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland zahlreiche Unsicherheitsfaktoren verbunden sind und auch in Italien die Entwicklung im politischen Bereich sowie im Bankensektor von Unsicherheit geprägt ist. Bei der Beibehaltung des geldpolitischen Kurses handelt sich um eine strategische Entscheidung: Man möchte einfach nichts übereilen. Sie ist nicht die Folge mangelnder Interventionsmöglichkeiten. So erklärte Zentralbankchef Thomas Jordan in einen Interview mit dem Radiosender SRF, die Zentralbank verfüge in Sachen Leitzins noch über einen gewissen Handlungsspielraum, auch wenn die Zinssätze zu den niedrigsten der Welt zählten. Zudem könne man mithilfe von Fremdwährungskäufen den Hausse-Druck auf den bereits sehr stark „überbewerteten“ Schweizer Franken abdämpfen, obwohl sich die Fremdwährungsreserven der SNB bereits auf dem höchsten Niveau seit Dezember 2014 befänden.

Themen Heute

Treffen zwischen Merkel/Trump und Washington; Beginn des G-20-Gipfels zwischen den Finanzministern und Zentralbankchefs in Baden-Baden; Michigan-Index um 15:00

Merkel/Trump: Der ursprünglich zu Beginn der Woche vorgesehene Staatsbesuch wurde aus Witterungsgründen in den USA auf Freitag verschoben. Dieses Treffen wird den beiden Regierungschefs die Möglichkeit bieten, ihre gegensätzlichen Ansichten in Sachen internationaler Handel und Freihandel darzulegen. Der Freihandel scheint dem aktuellen US-Präsidenten nicht Recht zu schmecken, zumindest was das Ungleichgewicht angeht, das derzeit zwischen den USA und Deutschland besteht. Angela Merkel könnte versuchen, Donald Trump mit seiner protektionistischen Haltung zum Einlenken zu bewegen, denn wie die deutsche Wochenzeitschrift der Spiegel in ihrer Sonntagsausgabe erklärte, arbeitet die deutsche Regierung an einer Antwort, falls deutsche Produkte bei der Einfuhr in die USA mit Vergeltungszöllen belegt werden sollten. Neben dem Thema Welthandel werden auch Russland und die Volatilität der Wechselkurse (bzw. der niedrige Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar) auf der Agenda stehen.

G-20-Gipfel: Die Finanzminister und Zentralbankchef der 20 größten Industriestaaten der Welt, treffen sich zu einem 2-tägigen Gipfel im deutschen Baden-Baden, um über die weltweite Entwicklung der Wirtschaft, des Handels und der Geldpolitik zu sprechen. Dieser Gipfel wird vor allem auch dem neuen US-Finanzminister Steve Mnuchin eine Plattform bieten, die Vorstellungen der USA bezüglich der künftigen Wirtschafts- und Geldpolitik darzulegen. Nachdem China und Deutschland mehrfach bezichtigt worden sind, ihre Währungen zu manipulieren, um sich auf diese illoyale Art und Weise Wettbewerbsvorteile gegenüber den USA zu verschaffen, wird man mit Interesse verfolgen, ob er diese Position beibehält oder seine Haltung relativiert und die Gefahr weltweiter handelspolitischer Spannungen abmildert. Die Frage der Volatilität an den Devisenbörsen sowie die Entwicklung der weltweiten Wechselkurse dürften in Deutschland im Zentrum der Diskussionen stehen.

Michigan-Index: Am Nachmittags erscheint in den USA das vorläufige Ergebnis der von der Universität Michigan durchgeführten Umfrage hinsichtlich des Vertrauens der privaten Haushalte. Man geht davon aus, dass das führende Stimmungsbarometer einen Anstieg verzeichnet (Konsensprognose = 97,0 gegenüber 95,7 im Februar), was bestätigen würde, dass man Donald Trump und seiner künftigen Wirtschaftspolitik nach wie vor ein hohes Maß an Vertrauen entgegenbringt.

CHF:

Der Schweizer Franken konnte gegenüber dem Euro deutlich zulegen, nachdem die SNB bekanntgab, ihren aktuellen geldpolitischen Kurs unverändert beizubehalten. EUR/CHF fiel mit 1,0681 CHF auf das bisherige Wochentief. Diese Entwicklung war jedoch nur von kurzer Dauer, denn der Kurs des Währungspaars konnte sich gegen Ende des Handelstages wieder erholen. Er überschritt gestern wieder die wichtige Marke von 1,0710 CHF und schloss bei 1,0725 CHF. Es scheint, als hätten die Anleger die Fähigkeit der Zentralbanker testen wollen, die Kursgewinne des Franken einzudämmen, nachdem das Kommuniqué im Anschluss an die Sitzung denen der vorherigen Monate glich, da es nach wie vor zahlreiche politische Unsicherheitsfaktoren in der Eurozone gibt, wie die wiederholten Rückfälle des Kurses des Währungspaars EUR/CHF auf 1,0630 CHF (nahe des Tiefpunkts von 1,0612 CHF am Tag des Brexit-Entscheids) im Februar gezeigt haben. Laut SNB-Chef Jordan verfügt die Zentralbank jedoch noch über ausreichenden Handlungsspielraum (siehe auch Schwerpunkt des Tages). Information oder Augenwischerei? Wie dem auch sei, der Kurs hält sich heute Morgen im Bereich von 1,0720 CHF und profitiert vom wieder erstarkten Interesse der Marktteilnehmer am Euro.

EUR:

Die Erleichterung nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in den Niederlanden hat alle europäischen Börsen beflügelt und dazu geführt, dass die Anleger wieder (ein wenig) Interesse am Euro bekommen haben. Auch wenn damit gestern das deutliche Zeichen gesetzt wurde, dass es zum „Populismus“ eine Alternative gibt, obwohl sich dieser in jüngster Zeit zunehmender Beliebtheit erfreut hat, handelt es sich dabei nur um eine gewonnene Schlacht. Weitere stehen bevor. In den Augen der Anleger sind die niederländischen Parlamentswahlen lediglich ein Trendindikator, da die Wahrscheinlichkeit, dass der Parteichef der PVV neuer Premierminister des Landes geworden wäre, ohnehin gering war, da sich die traditionellen Parteien geweigert hätten, eine Koalition mit ihm einzugehen. Das Augenmerk richtet sich seit mehreren Wochen praktisch ausnahmslos auf Frankreich, und das dürfte auch bis zum 7. Mai so bleiben, d.h. bis zu dem Tag, an dem der 2. Wahldurchgang der Präsidentschaftswahlen stattfindet. EUR/USD konnte seine Kursgewinne der letzten beiden Tage während des asiatischen Handelstages ausbauen und überschritt erstmals seit dem 6. Februar 2017 wieder die Schwelle von 1,0780 USD, bevor der Kurs wieder deutlich nachgab und sich bei Eröffnung des europäischen Handelstages wieder bei 1,0750 USD einpendelte.

USD:

Der Baisse-Trend des US-Dollar hat sich während des gestrigen Handelstages fortgesetzt, da die Marktakteure zunächst die Enttäuschung verdauen mussten, die die letzte geldpolitische Sitzung der Fed ausgelöst hat, als bekannt wurde, dass die Zentralbank die Strategie einer schrittweisen Anhebung der Leitzinsen beibehalten will. Gestern stellte Donald Trump den ersten Haushalt seiner Amtszeit vor, der wenig überraschend einen Anstieg der Ausgaben in den Bereichen Militär, Grenzschutz und Bildung ergab. Diese Ausgaben sollen durch Haushaltskürzungen in den Bereichen Umweltschutz und Außenpolitik finanziert werden. Der Haushalt rückt auch wieder das Thema Bau einer Mauer entlang der mexikanischen Grenze ins Rampenlicht, da die Summe von 1,5 Mrd. für dieses Projekt enthalten ist. Der vorgelegte Haushalt zeigt den roten Faden der vom Weißen Haus angestrebten Politik, könnte aber in den nächsten Wochen/Monaten noch modifiziert werden, bevor der US-Kongress im Sommer endgültig darüber abstimmt.

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