Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Das Pfund konnte heute Morgen wieder etwas zulegen, nachdem ein britischer Minister die Organisation eines erneuten Referendums in Schottland in dem von Nicola Sturgeon angestrebten Zeitraum (Herbst 2018 bis Frühling 2019) verworfen hatte. EUR/GBP ist heute Morgen unter die Marke von 0,87 GBP gerutscht, während man auf die aktuelle Statistik vom Arbeitsmarkt wartet.
  • EUR/USD ist wieder auf 1,0630 USD gestiegen, nachdem der Kurs des Währungspaars gestern unter 1,06 USD gerutscht war. Der Kurs ist nach wie vor recht anfällig und es bestehen weiterhin Risiken, dass er sinken könnte, da die Beschlüsse der Fed und der Ausgang der Wahlen in den Niederlanden anstehen.
  • Der Rohölpreis ist heute Morgen wieder um 1,5% gestiegen, nachdem die OPEC gestern signalisierte, dass die Rohöl-Lagerbestände weltweit gestiegen sind. Der Preis pro Barrel notiert noch immer im Bereich eines 3-Monatstiefs.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Niederlande (ganztägig) – Parlamentswahlen

Frankreich (08:45 Uhr) – Endgültige Gesamtinflation (Februar) – Konsensprognose 1,4% gegenüber 1,6% im Vormonat

UK (10:30 Uhr) – Arbeitslosenrate (Januar) – Konsensprognose 4,8% gegenüber 4,8% im Vormonat

UK (10:30 Uhr) – Anstieg der Löhne und Gehälter ohne Boni (Januar) – Konsensprognose 2,5% gegenüber 2,6% im Vormonat

Eurozone (11:00 Uhr) – Anstieg der Beschäftigungszahlen Q/Q und J/J (4. Quartal) – keine Konsensprognose gegenüber 0,2%/1,2% im Vormonat

USA (13:30 Uhr) – Gesamtinflation (Februar) – Konsensprognose 2,7% gegenüber 2,5% im Vormonat

USA (13:30 Uhr) – Einzelhandelsumsätze  M/M (Februar) – Konsensprognose 0,1% gegenüber 0,4% im Vormonat

USA (19:00 Uhr) – Leitzinsentscheid der Federal Reserve (Februar) – Konsensprognose: Anhebung der Leitzinsen von 0,50%-0,75% auf 0,75%-1,00%

USA (19:30 Uhr) – Stellungnahme von Janet Yellen

Schwerpunkte am Vortag

Vernehmung von François Fillon; OPEC signalisiert steigende Öl-Lagerbestände; EU könnte Verhandlungen mit dem Vereinigten Königreich erst im Juni aufnehmen; Rücktritt eines BoE-Mitglieds

Frankreich: Die Nachrichtenagentur AFP gab gestern Nachmittag bekannt, dass François Fillon, der bei den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen kandidiert und derzeit laut Umfragen im 1. Wahldurchgang den 3. Platz bei den zu erwartenden Wählerstimmen belegt, vom Untersuchungsrichter zu den Vorwürfen der Veruntreuung öffentlicher Gelder und der Scheinbeschäftigung vernommen wurde. Auch wenn die Unschuldsvermutung gilt, besteht nach wie vor die Gefahr, dass er aus dem Rennen um das Amt im Elysée-Palast ausscheiden wird. Es sei auch darauf hingewiesen, dass er im Vorfeld versprochen hatte, seine Kandidatur niederzulegen, falls ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet würde.

OPEC: Der Monatsbericht der Organisation der wichtigsten rohölproduzierenden Länder ergab, dass die Lagerbestände trotz der Bemühungen der Mitgliedsstaaten, die täglichen Fördermengen zu reduzieren, weiter steigen. Verantwortlich hierfür sind vor allem Nicht-OPEC-Mitglieder, allem voran die USA, die ihre Produktion in den letzten Monaten so stark angehoben haben, dass die OPEC ihre Prognose für die Fördermengen in den Industriestaaten 2017 nach oben korrigiert hat. Der Rohölpreis ist gestern erneut um über 1% gefallen und sank auf ein neues 3-Monatstief (Brent-Index: 50,25 USD; WTI-Index 47,09 USD). Obwohl der Euro seit Montag insgesamt nachgelassen hat, notieren die rohölbasierten Währungen noch immer sehr schwach gegenüber der europäischen Währung. EUR/CAD notiert im Bereich von 1,4350 CAD und EUR/NOK ist wieder unter die Marke von 9,170 NOK gefallen. EUR/RUB durchbrach erneut die Schwelle von 63,0 RUB.

Brexit: Theresa May gab gestern bekannt, dass sie das britische Parlament über die Einleitung des EU-Austritts vor Ende dieses Monats in Kenntnis setzen wird. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg gestern berichtete, ließen zwei Vertreter der EU durchblicken, dass die Europäische Union möglicherweise nicht vor Juni mit den Verhandlungen beginnen wird (es fiel das Datum 20. Juni). Tatsächlich müssen sich die politischen Vertreter Europas zunächst auf eine klare Strategie einigen.

BoE: Anstatt wie erwartet Minouche Shafik als Mitglied des Geldpolitischen Komitees (MPC) der Bank of England (BoE) zu ersetzen, hat sich Charlotte Hogg gestern entschlossen, das Amt niederzulegen, bevor sie es überhaupt richtig angetreten hat. Ihre Nominierung wurde kürzlich kritisiert, da sie bewusst verschwiegen hatte, dass ihr Bruder für die Barclays Bank arbeitet, was als Bruch der strikten Standards der Zentralbank gewertet wird.

Themen Heute

Fed wird wohl erneute Leitzinserhöhung bekanntgeben; Populismus steht in den Niederlanden schwere Prüfung bevor; China versucht Wogen in der Beziehung zu den USA zu glätten; britische Beschäftigungszahlen 

Fed: Um 19:00 Uhr wird die Federal Reserve (Fed) heute vermutlich eine erneute Anhebung der US-Leitzinsen um 25 Basispunkte bekanntgeben, nachdem sie vor nur drei Monaten die letzte Erhöhung vornahm. Zumindest geht ein Großteil der Anleger von diesem Szenario aus, denn laut dem FedWatch Tool der CME Group liegt die anhand der Termingeschäfte ermittelte Wahrscheinlichkeit bei 90%. Die Fed hat über die Mitglieder des US-Offenmarktausschusses im März durchblicken lassen, dass sie den Leitzins im März erneut zu erhöhen plant, falls die wirtschaftlichen Fundamentaldaten sich weiter positiv entwickeln, allem voran, was den Arbeitsmarkt und die Inflation angeht. Die jüngsten Zahlen haben dies belegt, sodass eine vorsichtige Haltung der Zentralbank überraschen würde. Eine erneute Leitzinserhöhung wurde von den Marktakteuren komplett eingepreist, wobei sie sich nach wie vor fragen, welche Folgen eine so frühe Intervention in diesem Jahr haben wird. Somit wird man genau die aktuellen Wirtschaftsprognosen und die Zinskurve (Dotplot) ansehen. In Dezember erklärte die Fed, in den nächsten drei Jahren jeweils drei Leitzinserhöhungen vornehmen zu wollen. Sollte diese Anzahl nach oben korrigiert werden oder es Hinweise darauf geben, dass der Normalisierungsprozess sich beschleunigen könnte, dürfte das dem US-Dollar kräftigen Aufwind verschaffen. Seit einer Woche notiert der US-Dollar recht stabil (der US-Dollar-Index konnte die Schwelle von 102,3, dass aktuelle 2-Monatshoch nicht durchbrechen). Sollte es keine eindeutigen Hinweise auf die geldpolitische Agenda geben, könnte das dagegen zu Enttäuschungen führen und dem US-Dollar geringfügige Verluste bescheren.

Parlamentswahlen in den Niederlanden: Die niederländischen Wähler sind heute dazu aufgerufen, die Zusammensetzung ihres aus 150 Abgeordneten bestehenden Parlaments zu bestimmen. Diese Wahlen sind in den Augen der Anleger eine Art Test, um zu sehen, wie sich die neuen Protestbewegungen in der europäischen politischen Landschaft entwickeln und wie stark die euroskeptische Ideologie innerhalb der Eurozone wirklich ist, bevor im April/Mai die Wahlen in Frankreich und im September die Wahlen in Deutschland anstehen. Mehrere Monate lang hatte die rechtspopulistische PVV, die für einen Austritt der Niederlande aus der Eurozone und eine Begrenzung der Einwanderung kämpft, die Nase vorne, sodass auch die Möglichkeit im Raum stand, dass ihr Parteichef Geert Wilders der neue Premierminister der Niederlande werden könnte. In den letzten Wochen ist diese Gefahr allerdings gesunken, da die stärksten niederländischen Parteien deutlich gemacht haben, keine Koalition mit der PVV eingehen zu wollen, was dazu geführt hat, dass seine Umfragewerte deutlich gefallen sind. Die zwei aktuellsten Umfragen, die gestern erschienen, zeigen ihn auf Platz 3 bzw. Platz 5 der voraussichtlichen Wählerstimmen. Die Ergebnisse, die am Donnerstagmorgen erscheinen, könnten an den europäischen Börsen für Turbulenzen sorgen, falls die PVV die Partei werden sollte, die im Parlament die meisten Abgeordneten hat, was auch wieder die (von den Marktakteuren als solche wahrgenommene) Gefahr in den Mittelpunkt rücken könnte, dass Marine Le Pen mit ihren Plänen, den Französischen Franc wieder einzuführen, die französischen Wahlen im Frühling gewinnen könnte.

China: China, das seit der Wahl Trumps zum US-Präsidenten massiv kritisiert worden ist, hat über Premierminister Li Keqiang versucht, Spannungen anzubauen und erklärt, das Land habe kein Interesse daran, mit den USA in einen Handelskrieg einzutreten. Damit hat China den ersten Schritt gemacht und darum gebeten, dass Gespräche zwischen den beiden Ländern aufgenommen werden, um eine Einigung zu erzielen. Diese Erklärung erfolgte im Zusammenhang mit dem im nächsten Monat geplanten, offiziellen Staatsbesuch des chinesischen Premierministers in den USA.

Vereinigtes Königreich: Der aktuelle britische Beschäftigungsbericht könnte zeigen, dass der Anstieg der Löhne und Gehälter im Januar erneut (das 2. Mal in Folge) nachgelassen hat (Konsensprognose: Löhne und Gehälter ohne Boni +2,5% J/J gegenüber 2,6% im Dezember). Die Inflation steigt derzeit massiv  an, da der Kurs des Pfund deutlich nachgegeben hat – und ein geringerer Anstieg der Löhne und Gehälter bedeutet, dass die Kaufkraft der Haushalte zurückgeht, was die Wachstumsaussichten des Landes beeinträchtigen dürfte. Sollte die britische Wirtschaft beim derzeit äußerst unsicheren politischen Klima eine Abkühlung aufweisen, dürfte das den Abwärtstrend des Britischen Pfund erneut in Gang setzen.

CHF:

Nachdem EUR/CHF Anfang der Woche kurzfristig über die Marke von 1,08 CHF steigen konnte, ist der Kurs wieder unter den charttechnischen Widerstandspunkt von 1,0710 CHF gefallen. Die mit den Wahlen in den Niederlanden verbundenen Unsicherheitsfaktoren sind wieder in den Vordergrund gerückt und haben sich auf das Schicksal des Währungspaars ausgewirkt. Die Baisse-Gefahr ist bei EUR/CHF nach wie vor hoch, denn ein gutes Abschneiden der rechtspopulistischen Partei in den Niederlanden könnte den Schweizer Franken in den Augen der Anleger noch attraktiver machen, wenn sie sich vor den mit der bevorstehenden französischen Wahl verbundenen Risiken schützen wollen – namentlich vor Unruhe an den Börsen, die ein Wahlsieg der euroskeptischen Marine Le Pen zwangsläufig zur Folge hätte. Der Kurs des Währungspaars EUR/CHF könnte auch durch die Interdependenz mit EUR/USD beeinträchtigt werden, falls der Euro nach der Fed-Sitzung einbrechen sollte. Je nachdem wie die wichtigsten Ereignisse des Tages ausgehen (Fed-Sitzung und niederländische Wahlen), wäre es kaum eine Überraschung, wenn EUR/CHF morgen wieder innerhalb der engen Spanne von 1,0630-1,0710 CHF notieren würde, die sich im Februar herauskristallisiert hatte.

EUR:

Dem Euro steht erneut ein schwerer Tag bevor, nachdem er gegenüber allen Währungen der G-10 Staaten nachgegeben hat, mit Ausnahme des Britischen Pfund und der Norwegischen Krone. Das könnte die Folge der Verlängerung der Konsolidierungsphase sein, die am Montag eingesetzt hat, und des Anstiegs der Sorge der Anleger vor den Parlamentswahlen in den Niederlanden sowie den noch bevorstehenden französischen Wahlen. Die Tatsache, dass François Fillon gestern vernommen wurde, hat keinen größeren Aufruhr an den Börsen verursacht, da damit gerechnet wurde und keine Einzelheiten über die daraus resultierenden Konsequenzen für den Präsidentschaftskandidaten bekannt wurden. Vielmehr sind die niederländischen Parlamentswahlen in den Augen der Anleger eine Art Test der Stärke und Reichweite der populistischen Bewegungen in Europa (siehe auch Schwerpunkte des Tages), was die Vorsicht erklärt, die seit gestern an den europäischen Börsen zu spüren ist.

EUR/USD ist um nahezu 0,5 % gesunken und kurzfristig wieder unter die Marke von 1,06 USD gerutscht (Tiefstkurs: 1,0597 USD). Hier zeigt sich eine gewisse Unruhe im Vorfeld der Fed-Sitzung und des Ausgangs der Wahlen in den Niederlanden. Die Erholung Ende der vergangenen Woche war nur ein vorübergehendes Phänomen, denn die Baisse-Risiken sind bei diesem Währungspaar nach wie vor sehr hoch.

USD:

Stießen die zahlreichen Konjunkturdaten, die gestern Nachmittag veröffentlicht wurden (Inflation, Einzelhandelsumsätze), auf größeres Interesse? Auf den ersten Blick nicht, denn in den Augen der Anleger hat die Fed ihre Entscheidung bereits getroffen und sollte heute Abend eine weitere Leitzinserhöhung bekanntgeben. Der US-Dollar dürfte von den allgemeinen Kursschwankungen beeinflusst werden, bis heute Abend um 19:00 Uhr die geldpolitischen Beschlüsse der Fed gefällt wurden und die mit Spannung erwartete Pressekonferenz von Janet Yellen um 19:30 Uhr stattgefunden hat. Auch wenn außer Frage steht, dass der Leitzins erneut erhöht wird und dies auch bereits von den Marktakteuren eingepreist wurde, bestehen noch immer Fragen zur Position der Fed: Da diese Leitzinserhöhung recht früh in diesem Jahr passiert, ist unklar, ob man damit bewusst den Normalisierungsprozess beschleunigen möchte oder es sich um eine eher opportunistische Intervention handelt, die auf den positiven wirtschaftlichen Bedingungen beruht (siehe auch Schwerpunkte des Tages).

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