Globale Themen

Protokoll ohne große Wirkung

USD

EUR USD (1,2270)

Eigentlich gab es gestern interessante Wirtschaftsdaten, die an einem normalen Tag den Kurs des Euro beeinflusst hätten. Die Rede ist von den Einkaufsmanager-Indices für die Eurozone und die USA. Die ersten Schätzungen für das produzierende Gewerbe und die Dienstleister lagen nämlich für die USA über und in der Eurozone unter den mittleren Erwartungen der Ökonomen. Dass der Dollar erst zum Ende der europäischen Handelssitzung reagierte, war höchstwahrscheinlich nicht diesen Daten zu verdanken, sondern dem für gestern zur Veröffentlichung anstehenden Protokoll der jüngsten Sitzung, zu der der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) am 30./31. Januar zusammengekommen war. Obwohl dieses Ereignis drei Wochen zurückliegt, schien das Interesse der Händler gerade dieses Mal besonders hoch. Auch die Kommentatoren spielten die Bedeutung dieser so genannten „Minutes“ hoch, obwohl es sich um das letzte Treffen unter Leitung der scheidenden Fed-Präsidentin Janet Yellen handelte. Allerdings muss man sich fragen, ob das Protokoll vom 31. Januar tatsächlich diese Bedeutung gehabt hätte, wenn zwischenzeitlich die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks nicht massiv eingebrochen wären. Natürlich wurde von zahlreichen Fed-Vertretern deswegen immer wieder betont, die deutliche Korrektur an Wall Street habe an ihrer Haltung nichts geändert. Aber dass während derselben drei zurückliegenden Wochen auch noch ein US-Haushaltsgesetz für dieses und das nächste Jahr verabschiedet wurde, dessen Volumen erheblich größer ausgefallen war als ursprünglich erwartet, konnten die Fed-Mitglieder damals bestenfalls erahnen.
Bereits bevor der Inhalt des Protokolls gestern publik wurde, hatte sich der Euro allerdings etwas abgeschwächt, vermutlich, weil eben doch einige Akteure davon ausgegangen waren, dass, wenn es eine Fed-Überraschung gäbe, diese eher auf der falkenhaften Seite liegen würde. Tatsächlich waren einige Akteure dann erleichtert, dass zwar eine Mehrheit der Mitglieder im FOMC von einer größeren ökonomischen Expansion ausgeht und sich so die Wahrscheinlichkeit für weitere graduelle Zinserhöhungen erhöhen könnte. Aber ob den geplanten drei Zinsschritten für dieses Jahr ein zusätzlicher folgen wird, blieb offen. Allerdings ist der Euro über Nacht doch noch durch seine Unterstützung bei 1,2290 gerutscht. Damit befindet er sich zwar immer noch in einem Aufwärtstrend, aber die Ambitionen für 1,2705 müssen zunächst begraben werden. Stattdessen sind nun Korrekturen bis 1,2215/20 möglich, wobei dieser Modus erst oberhalb von 1,2440 beendet würde.

GBP

EUR GBP (0,8820)

Die durchschnittlichen Wochenlöhne der drei Monate bis Januar sind mit einem Plus von 2,5 Prozent im Jahresvergleich in etwa so ausgefallen, wie es der Durchschnitt der Ökonomen prognostiziert hatte. Allerdings wurde der Vormonat vom ONS (Office for National Statistics) etwas nach unten revidiert. Unterdessen musste der Chef der Bank von England, Mark Carney mit einigen Kollegen bei seiner Anhörung zum Inflationsbericht dem Finanzausschuss des Unterhauses Rede und Antwort stehen. Dabei betonte Carney, er werde sich nicht auf einen bestimmten Zinspfad festlegen – außer bei außergewöhnlichen Umständen. Dies ist insofern interessant, als der BoE-Chef in der Vergangenheit hinsichtlich geldpolitischer Entscheidungen gerne auf die ökonomische Datenlage verwies. Und diese scheint, wenn es nach Carneys Kollegen, dem Chefökonom Andy Haldane, geht, recht klar: Die vorgenannten durchschnittlichen Wochenlöhne würden schon bald auf 3 Prozent (im Jahresvergleich) steigen, war Haldane bei vorgenannter Anhörung zu vernehmen. Trotz dieser recht falkenhaften Ansage konnte Sterling nicht wirklich profitieren, so dass der Euro knapp in der oberen Hälfte seiner Konsolidierungszone zwischen 0,8690 und 0,8920/25 verbleibt.

CHF

EUR CHF (1,1530)

Dass der Euro im Verhältnis zum Schweizerfranken nun den fünften Handelstag hintereinander in seiner nicht gerade großen Handelsspanne vom 14. Februar (1,1495-1,1585) verbringt, ist nicht nur fehlenden neuen ökonomischen Wirtschaftsdaten zu verdanken. Tatsächlich zeigt das Verhältnis des Euro zum  Franken, dass man etwa hinsichtlich der Risikoeinstellung an den Aktienmärkten derzeit ebenfalls eine unentschiedene Haltung einnimmt. Zumindest zeigt etwa der gestern erhobene Stimmungsindex der Börse Frankfurt, dass die Hoffnung auf steigende Aktienkurse und eine damit einhergehende größere Risikofreude auf ein relativ neutrales Niveau zurückgefallen ist. Gut möglich, dass sich der Euro deswegen fast in der Mitte unserer breiten übergeordneten Konsolidierungszone zwischen 1,1450 und 1,1640 befindet. 

PLN

EUR PLN (4,1730)

Der Zloty ist zumindest für den Geschmack von Zentralbankmitglied Eryk Lon zu fest und gefährdet seiner Ansicht nach die polnischen Exporte. Dass die polnische Währung gegenüber dem Euro in der Folge tatsächlich zurückfiel, scheint einige Akteure überrascht zu haben. Der plötzliche Sprung des Euro lässt den Schluss zu, dass Händler auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Immerhin: Die Gemeinschaftswährung bewegt sich nun wieder in der oberen Hälfte ihrer Konsolidierungszone, die wir nun geringfügig enger zwischen 4,1300 und 4,2030 sehen.

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