Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Da die mit den USA verbundene Risikoaversion etwas nachgelassen hat, ist der Yen gegenüber dem Euro um 0,3% gesunken. Donald Trump hat Druck auf die Abgeordneten ausgeübt, dass die Gesetzesvorlage zur Reform der Obamacare heute angenommen wird. EUR/JPY nähert sich der Marke von 120 JPY.
  • Der Dollar befindet sich nach wie vor auf unsicherem Terrain, bis die Abstimmung im US-Kongress erfolgt ist. EUR/USD notiert heute Morgen recht stabil im Bereich von 1,0780 USD.
  • Beim Britischen Pfund, das seit Dienstag um 1% zugelegt hat, erfolgen Gewinnmitnahmen. EUR/GBP notiert heute Morgen im Bereich von 0,8630 GBP.
  • Nachdem der ZAR gegenüber dem Euro auf ein 20-Monatshoch gestiegen ist (EUR/ZAR fiel unter die Marke von ZAR 13,41), ist der Kurs heute Morgen etwas gesunken. EUR/ZAR überstieg wieder die Marke von 13,46 ZAR.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Frankreich (08:45 Uhr) – endgültige Schätzung des BIP Q/Q (4. Quartal 2016) – Konsensprognose 0,4% gegenüber 0,2% im vorherigen Quartal

Eurozone (10:00 Uhr) – vorläufige Einkaufsmanagerindizes (EMI) des verarbeitenden Gewerbes/Dienstleistungsgewerbes (März) – Konsensprognose 55,3/55,3 gegenüber 55,4/55,5 im Vormonat

USA (13:00 Uhr) – Stellungsname von C. Evans (Fed in Chicago; 2017 stimmberechtigtes Mitglied des US-Offenmarktausschusses (FOMC))

Kanada (13:30 Uhr) – Gesamtinflation J/J (Februar) – Konsensprognose 2,1% gegenüber 2,1% im Vormonat

USA (13:30 Uhr) – Auftragseingänge für langlebige Güter M/M (Februar) – Konsensprognose 1,2% gegenüber 2,0%

USA (14:45 Uhr) – vorläufiger Einkaufsmanagerindizes (EMI) des verarbeitenden Gewerbes/Dienstleistungsgewerbes (März) – Konsensprognose 54,8/54,2 gegenüber 54,2/53,8 im Vormonat

Frankreich (18:00 Uhr) – monatliche Anträge auf Arbeitslosenunterstützung – keine Konsensprognose  gegenüber 3,468 Mio. im Vormonat

Schwerpunkte am Vortag

Verwirrung in Sachen Abschaffung der Obamacare; Britisches Pfund dank des deutlichen Anstiegs der Einzelhandelsumsätze im Februar im Aufwind; auch Barclays Bank gibt Prognose eines 1:1-Verhältnisses zwischen EUR und USD auf

USA: Die Abstimmung über die Abschaffung und Reform der Obamacare, die gestern im Abgeordnetenhaus stattfinden sollte, wurde letztendlich vom Präsidenten und seinem Flügel des Parlaments verschoben, da nicht sicher war, dass alle Abgeordneten der konservativen Partei diesen Gesetzentwurf auch unterstützen würden. Mehrere Mitglieder der politischen Familie des US-Präsidenten, vor allem der radikale Flügel der Republikaner, hatten ihre Ablehnung gegenüber diesem Gesetzentwurf zum Ausdruck gebracht, den sie nicht für ausreichend ambitioniert halten. Dass die Abstimmung verschoben werden musste, stellt für Donald Trump und sein Team eine Niederlage da, denn die Abschaffung der Obamacare war eines der ersten Dekrete, dass der US-Präsident direkt nach seinem Amtsantritt Ende Januar unterzeichnet hat.

Vereinigtes Königreich: Nachdem die Inflationsdaten deutlich höher ausgefallen sind als erwartet (+1,4% M/M gegenüber 0,4% im Januar), konnte das Britische Pfund gegenüber dem US-Dollar auf ein 1-Monatshoch steigen. EUR/GBP näherte sich zwar der Marke von 0,86 GBP, konnte diese aber nicht erreichen (Tiefstkurs von EUR/GBP: 0,8602 GBP).

EUR/USD: Nach der Deutschen Bank und der Citibank hat auch die Barclays Bank gestern erklärt, sie gäbe die Prognose auf, dass EUR/USD noch in diesem Jahr auf ein 1:1-Verhältnis fallen könnte. Laut Einschätzung der Bank dürfte der Kurs in diesem Jahr maximal auf 1,03 USD sinken und sich dann wieder schrittweise erholen. Diese Korrektur der Prognosen ist darauf zurückzuführen, dass die Hoffnungen auf eine von der Fed vorangetriebene Normalisierung der Zinssätze nun etwas moderater sind und das Weiße Haus die geplanten Wirtschaftsreformen wohl nur mit einer gewissen Verspätung vorantreiben kann, während die EZB gleichzeitig schrittweise ihren äußerst expansiven geldpolitischen Kurs aufgeben dürfte. Laut der Nachrichtenagentur Reuters gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung der Zinssätze für die Einlagenfazilität vor Ende 2017 bei 60% liegt.

In Kürze: In der Eurozone hatten die europäischen Banken gestern die letzte Gelegenheit, von der EZB im Rahmen der gezielten langfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) Kredite mit 4-jähriger Laufzeit zu einem Zinssatz von 0% aufzunehmen. Insgesamt hat die EZB Darlehen in Höhe von 233,5 Mrd. EUR ausgezahlt, eine Summe, die deutlich über dem von der Nachrichtenagentur Bloomberg erwarteten Mittelwert lag. Dieses Zinsniveau zeigt das Bestreben der europäischen Bankinstitute, in den Genuss eines der letzten „Geschenke“ der EZB zu kommen, da die Marktteilnehmer beginnen, eine schrittweise Aufgabe der derzeit noch äußerst expansiven Geldpolitik einzupreisen. 

Aufgrund der positiven jüngsten wirtschaftlichen Fundamentaldaten und des Rückgangs der allgemeinen Risikoaversion an den Börsen konnte der Südafrikanische Rand gegenüber dem Euro um 1% zulegen, d.h. seit Wochenbeginn eine Gesamtperformance von +1,7% erreichen. Er stieg gegenüber dem Euro auf ein neues 20-Monatshoch unterhalb von 13,41 ZAR. 

Die wöchentliche Anzahl der Neuanträge auf staatliche Arbeitslosenunterstützung ist gegenüber der Vorwoche um 15.000 gestiegen (258.000 gegenüber 243.000), während die Wirtschaftsexperten eher von einem Rückgang um 3.000 ausgegangen waren.

Themen Heute

Trump steht heute Abend vor dem Kongress ein erster wichtiger Test bevor; Augenmerk richtet sich um 13:45 Uhr auf Janet Yellen; britische Einzelhandelsumsätze um 10:30 Uhr

USA: Donald Trump, der die Abschaffung der Obamacare zu einer Priorität gemacht hat, und in diesem Zuge nicht zögert, die eigenen Steuer- und Haushaltsreformpläne aufzuschieben, steht heute Abend ein wichtiger Test vor dem Repräsentantenhaus bevor. Sollten die Abgeordneten seine Reformvorschläge des Gesetzes zum Schutz der Patienten und für bezahlbare staatliche Gesundheitsvorsorge ablehnen, würde das zwei deutliche Signale an die Marktteilnehmer senden: Das erste wäre, dass – obwohl er während seiner Wahlkampagne viele Versprechen gemacht hat und über eine Mehrheit im Parlament verfügt – die Verhandlungsfähigkeiten und Überzeugungskraft des neuen US-Präsidenten selbst in seinem eigenen Lager wohl doch geringer sind als gedacht. Die zweite Botschaft wäre, dass – sollte die Gesetzesvorlage heute abgelehnt werden und sich die Diskussion um eine Änderung der Obamacare in die Länge ziehen, sich die Steuer- und Haushaltsreformpläne wohl noch eine ganze Weile hinziehen könnten. Das wiederum dürfte das bereits an den US-Börsen bestehende Misstrauen gegenüber Trump verstärken. 26 Abgeordnete haben bereits öffentlich erklärt, dem neuen Gesetz nicht zustimmen zu wollen, was bedeutet, dass der Entwurf höchstwahrscheinlich abgelehnt werden dürfte.

Fed: Eine Woche nachdem die Leitzinsen in den USA erhöht wurden und man sich für eine schrittweise Erhöhung der Zinssätze im Land ausgesprochen hat, tritt Janet Yellen bei einer von der Fed in Washington organisierten Veranstaltung als Rednerin auf. Auch wenn es recht unwahrscheinlich ist, dass die Fed-Chefin sich anders äußert als noch in der vergangenen Woche, werden die Anleger dennoch aufmerksam verfolgen, welche Signale oder Hinweise ihre Rede enthält.

Vereinigtes Königreich: Der starke Anstieg der Inflation am Dienstag hat Spekulationen auf eine eventuell bald bevorstehende Leitzinserhöhung im Vereinigten Königreich aufkommen lassen. Die britischen Zentralbanker ließen im März tatsächlich durchblicken, dass diese Möglichkeit besteht, falls sich die wirtschaftlichen Fundamentaldaten verbessern. Auch wenn bisher nur wenige auf eine derartige Entwicklung spekulieren, könnte sich dies mit Erscheinen weiterer britischer Konjunkturdaten ändern. Man geht davon aus, dass die heute Morgen erscheinenden Einzelhandelsumsätze für Februar leicht gestiegen sind (Konsensprognose: +0,4% M/M), was diese Stimmung untermauern könnte und dem Pfund, das am Dienstag mit 0,8650 GBP gegenüber dem Euro auf ein 2-Wochenhoch gestiegen ist, zusätzlichen Rückenwind verleihen könnte.

CHF:

Die Volatilität des Schweizer Franken ist moderat geblieben, was darauf hindeutet, dass die Anleger sich in Bezug auf die Ereignisse in den USA (Entscheidung über die Reform der Obama Care) und in Frankreich (weiterer Verlauf der Wahlkampagnen im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen) eher abwartend verhalten. EUR/CHF notiert im Bereich des Stützungspunkts von 1,0700/10 CHF, während man abwartet, wie sich die Dinge auf der anderen Seite des Atlantik entwickeln.

EUR:

Nachdem sich der Euro am Mittwoch seinem bisherigen Jahreshoch näherte (dieswöchiger Höchstkurs von 1,0825 USD gegenüber 1,0828 USD zuvor in diesem Jahr), verlor der Euro den zweiten Handelstag in Folge an Boden. Es handelt sich dabei um eine Normalisierung des Wechselkurses, der zwischen dem 2. und 21. März einen Anstieg von insgesamt 2,9 % verzeichnet hat, da aus Frankreich seit der TV-Debatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten am Montagabend keine bedeutenden politischen Neuigkeiten kamen. Auch wenn die Marktakteure langsam eine mögliche schrittweise Drosselung der äußerst expansiven Geldpolitik der EZB einzupreisen beginnen, bremsen die politischen Fragen in Zusammenhang mit den in Frankreich und Deutschland in den nächsten sechs Monaten anstehenden Wahlen die Zinssätze langfristiger Anleihen. Man wird mit Interesse die EMI für März verfolgen, die zeigen werden, ob sich die über der Eurozone schwebenden politischen Unsicherheitsfaktoren auf die wirtschaftliche Performance in der Region ausgewirkt haben (siehe auch Schwerpunkte des Tages).

USD:

Der US-Dollar litt gestern unter den Spekulationen und Befürchtungen der Anleger, dass US-Präsident Trump scheitern könnte, die Reform der Obamacare durchzusetzen, was ein Signal hätte sein können, dass seine Steuerreform- und Investitionsprojekte in die Infrastruktur noch auf sich warten lassen könnten. Das waren die beiden wichtigsten Punkte in Trumps Wahlkampagne, die nach seiner Wahl im November eine Welle des Optimismus ausgelöst haben. Nachdem die geplante Abstimmung gestern nicht stattfand, drängte der US-Präsident darauf, sie heute abzuhalten (siehe auch Schwerpunkte des Tages). Die Anleger verhalten sich abwartend, sodass nach wie vor unsicher ist, welchen Kurs der US-Dollar einschlagen wird. Sollten sich die Abgeordneten heute für eine Reform des Gesundheitssystems entscheiden, würde das den Optimismus der Anleger erhöhen, was dem US-Dollar Rückenwind verleihen könnte. Sollte die Reform jedoch abgelehnt werden, obwohl die Republikaner über eine absolute Mehrheit in beiden Kammern verfügen, würde dies als Scheitern Trumps – mit weitreichenden Auswirkungen – gewertet. Denn das würde bedeuten, dass die von ihm vorgeschlagene Wachstumspolitik möglicherweise nicht so leicht umzusetzen sein wird wie gedacht.

Am frühen Nachmittag erscheinen in den USA die ersten Indizes über die Wirtschaftsaktivität im März sowie die Statistik über die Auftragseingänge im Bereich der langlebigen Güter. Man geht davon aus, dass diese den zweiten Monat in Folge gestiegen sind, was den guten Gesundheitszustand der US-Wirtschaft belegen würde.

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