Globale Themen

Alles wie erwartet?

USD

EUR USD (1,1780)

In den USA erhöht die Fed den Leitzins – wie erwartet. Die britische Notenbank hält unverändert an ihrem geldpolitischen Kurs fest – wie erwartet. Und die EZB? Sie lässt die Leitzinsen unangetastet und verändert auch ihre „Forward Guidance“ (Hinweise über die zukünftige Entwicklung von Leitzins und Anleihekäufen) nicht. Das Ganze geschah in den letzten 48 Stunden und verlief nach Analystenaussage – Sie liegen mit ihrer Vermutung richtig – natürlich ebenfalls „wie erwartet“!

Wenn man – unabhängig davon, welche Währungen man beobachtet – einmal darüber nachdenkt, wie häufig Kommentatoren im Finanzmarkt wichtige oder auch weniger wichtige Entscheidungen mit dem Zusatz „wie erwartet“ versehen, muss man sich fast schon fragen, was die Märkte eigentlich überhaupt noch in Bewegung hält. Man könnte auch ein wenig ketzerisch fragen, warum sich nicht genauere Kursprognosen aus jenem Wissen ableiten lassen, wo doch die Ergebnisse dieser fundamentalen Ereignisse so vorhersagbar zu sein scheinen? Liegt es etwa daran, dass einige Akteure wider allgemeiner Erwartungen versuchen, mit ihrem Handeln ein anderes, mitunter weit weniger wahrscheinliches Szenario abzubilden? Eine handfeste Überraschung vorwegzunehmen, beispielsweise mit Hilfe weit aus dem Geld liegender Optionen, ist im Erfolgsfall auf emotionaler wie auch monetärer Ebene sicherlich die weitaus attraktivere Variante. Sie lässt sich nur leider relativ selten verwirklichen.

Dafür, dass bei den wichtigsten Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks angeblich alles „wie erwartet“ lief, gerieten Euro und Dollar in den letzten beiden Tagen gehörig in Bewegung. Sie formten in dieser Zeit eine Handelsspanne von rund 1,2 Prozent, was gemessen am bislang absolvierten 1,9-prozentigen Monatspensum, relativ viel gewesen ist. Dies könnte vielleicht an der Fed liegen. Ihre Erwartungen und die der US-Regierung gehen derzeit weit auseinander, was für eine gewisse Unsicherheit sorgt. Während die Fed in den kommenden Jahren maximal zwei Prozent Wirtschaftswachstum erwartet, geht Präsident Donald Trump von einem dreiprozentigen Konjunkturschub durch die geplante Steuerreform aus.

Der Euro zeigte gestern für unseren Geschmack etwas unerwartete Verhaltensmuster. Zwar überwand er unsere Stabilitätsmarke, fiel anschließend aber um 100 Stellen. Unterhalb von 1,1690 dürfte sich wohl auch bei vielen Händlern Enttäuschung breitmachen.

GBP

EUR GBP (0,8765)

Führende EU-Politiker haben gestern versucht, die jüngste Schlappe von Premierministerin Theresa May im britischen Parlament in ein besseres Licht zu rücken, und fanden dabei fast tröstende Worte. Der allgemeine Tenor der EU-Führung: Die Abstimmungsniederlage wird sich kaum auf die Brexit-Verhandlungen auswirken. Diese wohlwollende Interpretation schien Sterling-Händlern zu gefallen. Der Euro sackte gestern deutlich ab. Bei 0,8740 wartet erste Nachfrage, allerdings wird darunter die Kaufbereitschaft deutlich abflauen. Die 0,8885er Marke bleibt unterdessen eine echte Hürde.

CHF

EUR CHF (1,1640)

Abgesehen von einer leicht angehobenen Inflationsprognose hieß es nach der Sitzung der SNB, es hätte sich um „weithin erwartete Nachrichten“ gehandelt. Dazu passte auch die Handelsspanne, die mit rund 0,6 Prozent nicht aus dem Rahmen fiel. Der Euro dürfte sich vorerst weiter innerhalb seines seit Oktober vorherrschenden, leicht aufwärts gerichteten Konsolidierungsbandes (1,1570 - 1,1745) bewegen.

PLN

EUR PLN (4,2210)

Polens Leistungsbilanzüberschuss für den Monat Oktober lag gestern mit 575 Millionen Euro weit über den Schätzungen zuvor von Reuters befragter Ökonomen, die durchschnittlich einen Anstieg um 165 Millionen Euro antizipierten. Der Zloty fiel jedoch abermals, so dass sich der Euro stabilisieren konnte. Jenseits von 4,2260 steht eine Erholung bis 4,2440 auf dem Plan. Gute Nachfrage wartet indes bei 4,1970.

CZK

EUR CZK (25,68)

Die tschechische Zentralbank (CNB) wird in einer Woche zum letzten Mal in diesem Jahr über die geldpolitische Ausrichtung entscheiden. Die Ratsmitglieder der CNB sind sich zwar hinsichtlich der Inflationseinschätzung uneins, dürften den Leitzins aber dennoch unverändert bei einem halben Prozent belassen. Der Euro versucht unterdessen, seinem seit Monaten andauernden Abwärtstrend zu entkommen. Gelingen dürfte ihm das jenseits der 25,77er Marke. Gute Nachfrage findet sich derweil bei 25,54.

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