Globale Themen

Yuan-Schwäche als Waffe?

USD

EUR USD (1,1650)

Für alle, die es vergessen haben sollten: Wir erleben immer noch einen Handelskonflikt der USA mit dem Rest der Welt. Dies machte zumindest Larry Kudlow, Top-Berater des US-Präsidenten Donald Trump, gestern deutlich, als er Chinas Präsident Xi Jinping vorwarf, einen sogenannten „Deal“ zur Beendigung des Handelskonflikts zu behindern. Die Antwort aus dem chinesischen Handelsministerium kam prompt. Das Außenministerium bezeichnete Kudlows Bemerkungen als „schockierend“, zudem entbehrten sie jeder Grundlage, hieß es. China sei gezwungen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Nun hat man während der vergangenen Tage dazu nichts Konkretes gehört. Aber Marktbeobachter witterten sogleich, dass die chinesische Währung – wir berichteten bereits darüber – nicht ohne Grund [als mögliche Waffe im Handelskonflikt mit den USA] gegenüber dem US-Dollar gestern ein weiteres Mal abgewertet hätte. Mittlerweile stieg der Greenback über 6,80 CNY, Analysten schließen auch einen Test der 7,000er Marke nicht aus. Aber sind diese Vorwürfe tatsächlich fundiert? Hat die chinesische Währung tatsächlich so stark abgewertet? Es ist alles eine Frage des Bezugspunkts. Wählt man etwa den 15. Juni, als US-Präsident Donald Trump die erste Runde von Importzöllen auf chinesische Waren in Höhe von 50 Milliarden USD vorantreiben wollte, dann hat der Yuan seither zum Dollar tatsächlich um mehr als 6 Prozent abgewertet, während der Greenback gegenüber einem Korb an Valuten seither gerade einmal um 1,7 Prozent zugelegt hat. Wählt man indes den 27. März als Referenzpunkt, als der Dollar gegenüber dem Yuan den niedrigsten Kurs des Jahres markierte, sprechen wir von einem Dollarzuwachs gegenüber der chinesischen Währung von 9,1 Prozent, während der Dollar-Index lediglich um 7,3 Prozent zulegte – das ist gerade einmal Abstand von 1,8 Prozent. Nimmt man als Ausgangspunkt indes den 9. Juli, den ersten Handelstag nachdem die erste Runde von Strafzöllen seitens der USA gegenüber China (auf ein Handelsvolumen von 34 Milliarden USD) in Kraft trat, hat der Yuan gestern gerade einmal ein halbes Prozent mehr als andere Valuten gegenüber dem Dollar abgewertet.
Tatsächlich ist die Dollarstärke eigentlich nicht überbordendend, so dass der Euro während der vergangenen drei Handelstage in der Spitze lediglich etwa 1,8 Prozent an Wert verloren hatte. Viel interessanter ist, dass viele Akteure nicht so recht zu wissen scheinen, warum sich der Greenback so stark präsentiert. Und so werden immer wieder die gleichen Argumente hervorgekramt. Danach sei es Fed-Präsident Jerome Powell gewesen, dessen positive Einschätzung zur US-Wirtschaft zu Dollarkäufen geführt habe. Obwohl mittlerweile klar sein dürfte, dass Powell überhaupt nichts Neues von sich gegeben hatte, verweisen Marktteilnehmer immer wieder auf seine beiden Auftritte vor Ausschüssen des US-Kongress im Rahmen der halbjährlich stattfindenden Anhörung (Humphrey Hawkins Testimony). Und so ist der Euro trotz weniger neuer ökonomischer Erkenntnisse gestern auch wieder etwas nach unten gedrückt worden. Aber am Ende des Tages war es Donald Trump, der den Euro fast wieder in die Mitte seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1855 katapultierte. Der US-Präsident ist nämlich über die steigenden US-Leitzinsen nicht glücklich.

GBP

EUR GBP (0,8945)

Die Diskussion um das sogenannte britische "White Paper" ist gestern abgeflaut. Und auch die Bemerkung eines EU-Offiziellen, der nicht genannt werden wollte, der Vorschlag sei detailliert, aber unklar, hat die Pfund-Händler gestern nicht merklich beeinflusst. Ohnehin sei nicht zu erwarten, dass die EU eine offizielle Antwort auf das White Paper geben werde, so die Quelle. Erst als die britischen Einzelhandelsumsätze für Juni mit -0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat deutlich schwächer als erwartet (+0,2 Prozent) ausfielen, geriet Sterling vor allen Dingen gegenüber dem Dollar unter Druck. Allerdings verwiesen Kommentatoren darauf, dass die Daten gar nicht so schlecht wären, denn über das komplette zweite Quartal betrachtet seien die Einzelhandelsumsätze um 2,1 Prozent gestiegen und damit so stark wie zuletzt im ersten Quartal 2004. Vor allen Dingen sei die gestrige Zahl im Lichte der durch die königliche Hochzeit im Mai einmalig aufgeblähten Umsätze zu betrachten. Eine Sichtweise, die schon ein wenig erstaunt, denn den "Hochzeits-Effekt" dürften die Ökonomen bei ihren Vorhersagen ganz sicher nicht übersehen haben. Unterdessen hat sich der Euro etwas deutlicher gegenüber dem Pfund durchgesetzt und peilt als nächstes Ziel 0,8990 an. In diesem Zusammenhang darf nun 0,8835 nicht mehr verletzt werden.

EUR

EUR CHF (1,1645)

Die Zahlen zur Schweizer Handelsbilanz des Monats Juni, deren Überschuss die Erwartungen minimal enttäuschte, haben den Franken gestern nicht bewegen können. Stattdessen rangierte der Euro gestern in einer Handelsspanne von nicht einmal 30 Stellen und bleibt damit trendtechnisch im Niemandsland. Einzig nach Unterlaufen von 1,1535 könnte die Gemeinschaftswährung stärker unter Druck geraten.

PLN

EUR PLN (4,3390)

Ohne direkten ökonomischen Auslöser hat der Euro gestern seinen kurzfristigen Abwärtstrend beendet und befindet sich nun in einer korrektiven Seitwärtsbewegung, deren Obergrenze bei 4,3570 oder 4,3690 gefunden werden könnte. Die Untergrenze dieses möglichen neuen Feldes liegt bei 4,2940.

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