Globale Themen

Im Zeichen von Goldilocks

USD

EUR USD (1,1800)

Es liegt an der Menge ökonomischer Daten und Kommentaren von Mitgliedern des Offenmarktausschuss der US-Notenbank, dass sich abwechselnd einmal der Euro und dann wieder der US-Dollar etwas besser durchsetzen kann. Hinzu kommt, dass viele Investoren die globale Wirtschaftslage in einer so genannten „Goldilocks“-Umgebung sehen, die sich durch Wachstum, das über dem Trend und eine Inflation, die unter dem Trend liegt, auszeichnet. Alles in allem also eine Konjunktur, die sich gerade richtig entwickelt. So zumindest schätzen derzeit netto 48 Prozent der globalen Fondsmanager, die von BofA Merrill Lynch befragt wurden, die aktuelle Lage ein. Dennoch: Heute steht eine entscheidende Budget-Abstimmung im US-Senat in Sachen Steuerreform an – sollte diese scheitern, rechnet [droht] Finanzminister Mnuchin damit, dass der Aktienmarkt einen größeren Rückschlag hinnehmen müsse. Dennoch besteht nach mehrheitlicher Meinung der von BofA Merrill Lynch Befragten das größte Extrem-Risiko darin, dass die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank beim Zurückfahren der Stimulus-Programme oder auch beim Tempo der Zinserhöhungen einen Fehler machen könnten. Dazu passt auch, dass nur noch eine kleine Mehrheit der Befragten (per Saldo 4 Prozent) im Gegensatz zum Vormonat den Euro für überbewertet halten. Eine Erkenntnis, die angesichts des von uns in einem Kursmodell ermittelten mittelfristig fairen Wert für den Euro von rund 1,18 gegenüber dem US-Dollar nicht überraschen sollte.

Diese Einschätzung hat aber noch eine andere Konsequenz. Denn starke Trends sind aufgrund großer fehlender Schieflagen derselben Akteure entweder Mangelware oder schlafen kurz nach ihrem vielversprechenden Beginn wieder ein. Tatsächlich hat die Gemeinschaftswährung für uns vorgestern eine Schwächephase bis 1,1615 eröffnet, ohne dass es bei den bisherigen beiden Versuchen, den Euro unter Druck zu setzen, bislang zu signifikanten Anschlussverkäufen gekommen wäre. Im Gegenteil: Kurzfristige Shortpositionen auf den Euro wurden zumindest gestern im Rahmen von Stopp-Loss-Käufen ohne fundamentale Einflussfaktoren eiligst wieder zurückgedeckt. Damit hat die Gemeinschaftswährung zwar noch nicht unser Stabilisierungsniveau von 1,1880 (besser wäre sogar ein Überschreiten von 1,1920/25) auch nur annährend erreicht. Aber den bearishen Ambitionen wurde damit zumindest kurzfristig einiger Druck genommen.

GBP

EUR GBP (0,8920)

Obwohl die Entwicklung des Index der durchschnittlichen Stundenlöhne etwas über den Erwartungen lag, bleibt diese dennoch deutlich hinter der britischen Inflation zurück. Und weil darüber hinaus auch die Arbeitsmarkdaten hinsichtlich der Beschäftigungskomponente enttäuschten, musste Sterling am Ende leicht Federn lassen. Wir glauben ohnehin nicht, dass sich die Mitglieder des Geldpolitischen Ausschusses der Bank von England von diesen jüngsten Daten beeinflussen lassen. Zudem setzen kurzfristig orientierte Händler angesichts des heute beginnenden zweitägigen EU-Gipfels, bei dem auch der Brexit Thema sein wird, zumindest auf eine leichte Pfund-Schwäche. Damit bleibt der Euro deutlich oberhalb der wichtigen Marke von 0,8855, mit deren Unterschreiten die Gemeinschaftswährung nachhaltig in Bedrängnis geraten würde. Allerdings ist eine Verbesserung der Aufwärtsdynamik frühestens mit Überschreiten von 0,8990 denkbar.

CHF

EUR CHF (1,1570)

Auch wenn der Euro gegenüber dem Franken gestern den stärksten Impuls seit mehr als drei Wochen zeitigte, reichte dies nicht, um einen neuen Aufwärtstrend auszulösen. Die Chancen dafür würden sich nämlich erst oberhalb von 1,1610 verbessern, zumal im Falle von Rücksetzern erst bei 1,1485/90 mit guter Nachfrage zu rechnen wäre.

PLN

EUR PLN (4,2350)

Die gestern veröffentlichten ökonomischen Daten (Produzentenpreise, Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion) haben sich praktisch nicht auf das Kursgeschehen ausgewirkt. Das Risiko an der Unterseite reicht für den Euro immer noch bis 4,1950, eine Stabilisierung ist nun oberhalb von 4,2650 möglich.

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