Globale Themen

Neue Nahrung für Gerüchteküche

USD

EUR USD (1,1735)

Obgleich an den Märkten stellenweise noch ein gewisses Maß an ferienbedingter Umsatzflaute herrscht, sind einige Akteure derzeit sehr sprunghaft. Als der Euro vorgestern Abend nach oben schoss, waren es die politischen Querelen des US-Präsident Donald Trump bzw. die gesunkenen Zinserhöhungserwartungen seitens der US-Notenbank, die den Greenback schwächten. Doch bereits am folgenden Morgen sprachen Händler praktisch nicht mehr darüber. So als ob die zuvor genannten Begründungen völlig haltlos oder nicht mehr gegeben wären, machte der US-Dollar binnen kurzer Zeit den kompletten Vortagesgewinn des Euro zunichte und drückte ihn auf ein Drei-Wochen-Tief. Aber statt neue Fakten zu liefern, trafen sich kurzfristig agierende Akteure lieber zum Plausch in der Gerüchteküche, in der eine Nachricht vor sich hin brodelte, von der auch sie zu kosten gedachten: Eine große OTC-Optionsfälligkeit würde angeblich auf dem Euro lasten und ihm zusetzen, kolportierten sie. Kursbewegungen, die sich schwer nachvollziehen oder zuordnen lassen, werden gerne und häufig mit Verfallsterminen für Derivate erklärt. Je undurchsichtiger der Argumentationshintergrund, desto besser eignen sich solche „Fakten“ zur Rechtfertigung plötzlich auftretender Volatilität. Gestern Mittag schien es jedoch, als ob die Marktteilnehmer doch noch ein handfestes Argument geboten bekamen. EZB-Mitglieder hätten sich über den stark steigenden Eurokurs besorgt gezeigt, hieß es im veröffentlichten Protokoll zur Zinssitzung vom 19. und 20. Juli. Diese Meldung war freilich kein Gerücht. Sie nährte aber ironischerweise eines, das im vergangenen Monat tatsächlich die Runde im Markt machte und über das wir auch berichteten: Interventionsmaßnahmen. Sollte der Euro seine Hausse fortsetzen, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Händler wieder eine geheimnisvolle Interventionshand sehen werden, die dem Euro den Weg nach oben versperren soll.

Seit der Euro zu Monatsbeginn eine moderate Abwärtskorrektur einleitete, prägt stetiges Interesse sein Marktverhalten: Schwächephasen werden innerhalb eines Tages regelrecht aufgesogen. Nach wie vor erscheint uns die Unterseite bei 1,1620 gut abgesichert, doch selbst ein Ausrutscher auf 1,1540 wäre unkritisch. Hingegen würde ein Überschreiten von 1,1825 erneut die Oberseite bis 1,2025/35 eröffnen.

GBP

EUR GBP (0,9105)

Zur Wochenmitte berichtete der Sender Sky News, der bislang für Oktober angepeilte Termin für den Starttermin der nächsten Brexit-Verhandlungen sei unsicher, da die britische Regierung vermutlich bis dahin keine bedeutsamen Fortschritte erzielen könne. Gestern sah man sich in London gezwungen, darauf zu reagieren. Man sei sehr zuversichtlich, bis Oktober die nächste Phase einzuleiten, sagte eine Sprecherin des Brexit-Ministeriums. Aber selbst wenn sich dies bewahrheiten sollte: Die Folgen des Brexit-Votums sind spür- und messbar: Mehr als die Hälfte der Briten schnallen einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Nielsen zufolge den Gürtel enger. Eine solche Sparsamkeit hat es seit mehr als zwei Jahren nicht mehr gegeben. Das Pfund wertet unterdessen immer weiter ab. Der Euro rutschte gestern zwar kurzzeitig auf unsere 0,9060er Schlüsselmarke, stieß sich von dort aus aber wieder nach oben ab, ohne dabei unser Kursziel bei 0,9205 aus den Augen zu verlieren.

CHF

EUR CHF (1,1285)

Der Aufwärtstrend des Euro wurde gestern mit dem Rutsch durch die 1,1360er Marke unterbrochen, wodurch weitere Abwärtskorrekturen bis auf 1,1260 eintraten. Sollte dieses Unterstützungsniveau ebenfalls wegbrechen, drohen sogar weitere Verluste bis auf 1,1180.

CZK

EUR CZK (26,04)

Die überraschend positiven Wachstumsdaten aus Osteuropa lasteten auch gestern auf dem Euro, für den wir weiterhin ein Kursziel bei 25,75 unterhalten. Unseren Schlüsselwiderstand, der unser bearishes Szenario schützt, setzen wir nun allerdings leicht auf 26,19 herunter.

PLN

EUR PLN (4,2680)

Trotz guter Wirtschaftszahlen blieb der Anstieg der polnischen Löhne gestern hinter den Erwartungen zurück. Der Euro ist auf Korrekturkurs (4,2460) und könnte darunter sogar bis 4,2180 fallen. Kurzfristiger Widerstand findet sich bei 4,2750/60 und 4,2910.

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